Fachbegriff
EER (Energy Efficiency Ratio)
Der EER (Energy Efficiency Ratio) ist eine Kennzahl zur Bewertung der energetischen Effizienz elektrisch betriebener Kälteanlagen. Er beschreibt das Verhältnis der abgegebenen Kälteleistung zur aufgenommenen elektrischen Leistung.
Je höher der EER-Wert, desto effizienter arbeitet das System unter den betrachteten Betriebsbedingungen. Ein EER von 4 bedeutet beispielsweise, dass eine Anlage mit 1 kW elektrischer Leistung 4 kW Kälteleistung bereitstellt.
Berechnung des EER
Der EER ergibt sich aus dem Verhältnis von nutzbarer Kälteleistung zur aufgenommenen elektrischen Leistung:
EER = Kälteleistung / elektrische Leistungsaufnahme
Der EER wird stets für einen definierten Betriebspunkt ermittelt. Die tatsächliche Effizienz im praktischen Betrieb kann daher je nach Umgebungsbedingungen und Lastzustand von diesem Wert abweichen.
Unterschied zwischen EER und COP
Während der COP (Coefficient of Performance) üblicherweise die Effizienz einer Wärmepumpe im Heizbetrieb beschreibt, bewertet der EER die Effizienz im Kühlbetrieb. Beide Kennzahlen beruhen auf demselben Prinzip: Sie setzen die abgegebene Nutzleistung ins Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie. Der Unterschied liegt darin, ob die bereitgestellte Heiz- oder Kälteleistung betrachtet wird.
Bedeutung für Industriewärmepumpen
Industriewärmepumpen können nicht nur Prozesswärme bereitstellen, sondern in bestimmten Anwendungen auch Prozesskälte erzeugen. Der EER ermöglicht dabei die Bewertung der Effizienz im Kühlbetrieb und spielt insbesondere bei der Auslegung von Anlagen mit gleichzeitiger Nutzung von Wärme und Kälte eine wichtige Rolle. Bei gleichzeitiger Erzeugung von Wärme und Kälte wird die Effizienz der Wärmepumpe mit dem kombinierten COP bewertet. Dieser setzt beide Nutzenergien ins Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie. Dies ist insbesondere bei Anwendungen relevant, die gleichzeitig Kaltwasser und Heißwasser oder Dampf mit Vorlauftemperaturen von über 100 °C erzeugen.
Da der EER lediglich einen definierten Betriebspunkt beschreibt, können für die Bewertung des tatsächlichen Betriebs ergänzende Effizienzkennzahlen – wie beispielsweise der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) – herangezogen werden, die unterschiedliche Last- und Temperaturbedingungen berücksichtigen.