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Unterkühler

Fachbegriff

Unterkühler

Ein Unterkühler (auch häufig mit der engl. Bezeichnung Subcooler bezeichnet) ist ein Wärmeübertrager in Kreisläufen von Wärmepumpen und Kälteanlagen. Er kühlt das bereits verflüssigte Arbeitsmedium (Kältemittel) unter seine Kondensationstemperatur ab, bevor es am Expansionsventil entspannt und anschließend wieder verdampft. In industriellen Hochtemperatur-Wärmepumpen erhöht der Unterkühler die von der Wärmepumpe abzugebende nutzbare Wärme, etwa für Vorwärmzwecke, und steigert so die Leistungszahl (COP).

Wirkprinzip im Kreislauf

Nach der Verflüssigung im Kondensator liegt das Kältemittel als unter Druck stehende Flüssigkeit mit ausreichend hoher Temperatur vor, um zusätzliche Wärme zu nutzen. Hierzu wird im Unterkühler dieser Flüssigkeitsstrom weiter abgekühlt, so dass beispielsweise Speisewasser bei der Dampferzeugung vorgewärmt wird. Als weiterer Vorteil ergibt sich, dass beim anschließenden Verdampfen im Verdampfer das Kältemittel dadurch mehr Wärme aus der Quelle aufnehmen kann – die Verdampferleistung steigt. Mit dieser Maßnahme wird der COP von Kälteanlagen verbessert.

Viele Systeme nutzen einen Unterkühler für den sogenannten Economiser-Betrieb: Ein kleiner Teilstrom des Kältemittels wird nach dem Kondensator entnommen, auf ein mittleres Druckniveau entspannt, im Unterkühler verdampft und zur Zwischeneinspritzung im Verdichter genutzt. Das entlastet diesen thermisch und verbessert nicht nur die Effizienz des Verdichters, sondern auch den COP der Anlage. Besonders bei großen Temperaturhüben lohnt sich der Einsatz eines Economisers.

Wärmeintegration in der Praxis

In Anlagen zur Prozesswärmebereitstellung wird die beim Unterkühlen freiwerdende Wärme in der Regel zur Vorwärmung des Speisewassers bzw. des Rücklaufs der Wärmesenke (Eintritt in die Wärmepumpe) genutzt. Dadurch verbessert sich der COP und somit die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Für Hochtemperatur-Wärmepumpen, die Prozesswärme bis etwa 150 – 200 °C bereitstellen, ist diese zusätzliche Nutzung insbesondere bei niedrigen Rücklauftemperaturen, also bei höheren Temperaturspreizung von Rücklauf zu Vorlauf, sinnvoll.

Effekte auf Effizienz und Betrieb

  • Höhere Leistungszahl (COP): Unterkühlung erhöht sowohl die nutzbare Verdampferleistung als auch die effektive Heizleistung der Wärmepumpe.
  • Betriebssicherheit: Ein stabiler Flüssigkeitseintritt am Expansionsventil schützt dieses vor Dampfblasen und gewährleistet seine Regelbarkeit.

Auslegung und Grenzen

Der Nutzen eines Unterkühlers hängt von den Randbedingungen der Wärmequelle und -senke, dem eingesetzten Kältemittel und der Auslegung des Wärmeübertragers ab. Bei geringen Temperaturdifferenzen oder ungünstiger Hydraulik kann der Mehraufwand den Effekt überlagern. In Hochtemperatur-Prozessen sind zudem Werkstoffwahl, Druckstufen und thermomechanische Beanspruchungen bei der Integration maßgebend.

Insgesamt kann ein Unterkühler eine wirkungsvolle Schlüsselkomponente in industriellen Hochtemperatur-Wärmepumpen sein. Er verbessert die Kreislaufeffizienz, ermöglicht eine erweiterte Wärmenutzung und unterstützt so eine ressourcenschonende, wirtschaftliche Prozesswärmeversorgung.

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